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Projekt
Projekttitel Der Brahmasūtra-Kommentar des Bhāskara. Diplomatische Nachlaßedition (J.A.B. Van Buitenen) und kritische Neu-Ausgabe
Projektbearbeiter Takahiro Kato, M.A.
Projektleiter Prof. Dr. Walter Slaje
Thementyp Drittmittelprojekt
Mittelgeber DFG
Projektlaufzeit 01.09.2008 - 31.08.2011
Schlagwörterindische Philosophie, Veda_nta, Brahmasu_tra, Bha_skara, kritische Edition, Indologie

Kurzbeschreibung
Einer historisch ausgewogenen Beurteilung der Frühgeschichte der für Indien wirkungsgeschichtlich überaus bedeutsamen Vedānta-Philosophie sowie der Bewertung der philosophischen Leistung Śaṅkaras (8.Jh.), der bekanntlich erst seit dem Spätmittelalter von Nachfolgetraditionen zum maßgeblichen Exegeten des Vedānta schlech­t­hin und insbesondere des Brahmasūtra als seiner fundamentalen Grundlage (pra­sthā­na) aufgewertet wurde, steht die verheerend schlechte Überlieferungslage des Werkes eines konkurrierenden Zeitgenossen entgegen: Bhāskara hatte die von Śaṅ­ka­ra in das Brahma­sūtra kommentatoriell hineingetragenen Ideen schon sehr bald nach deren Verbreitung als ‛frei erfundene’ bekämpft und versucht, mit einem eigenen Kom­mentar die exegetische ‛Verfälschung’ durch Śaṅkara nachzuweisen und ent­spre­chend zu berichtigen. Der wiederholt beklagte Grund dafür, daß Bhās­ka­ras Kommen­tar von der Forschung kaum je als Korrektiv berücksichtigt werden konnte, ist allgemein bekannt: Die einzige erfügbare Bhāskara-Ausgabe (Dvivedin, 1915) liegt derart unkritisch ediert vor, daß sie keine brauchbare Grundlage bilden konnte für die Ableitung gesicherter Erkenntnisse. Der bedeutende Chicagoer Indologe J.A.B. Van Buitenen († 1979) hatte eine kritische Ausgabe mit – nach eigenen Worten – über 1000 besseren Lesarten gegenüber Dvivedin zwar hergestellt, sie aber zu Lebzeiten nicht mehr veröffentlichen können. Eine diplomatische Ausgabe von Van Buitenens unikalem Typoskript (die einzige erhaltene Kopie ist im Besitz des Antragstellers), begleitet von einer Neu-Edition wie sie modernen textkritischen Standards genügt, soll diese Quellenlücke auf dem Gebiet des Frühen Vedānta endgültig schließen und Bhāskaras von der Überlieferung ausgeblendetes Werk der Forschung endlich zugänglich machen. Anders wird ein ausgewogenes Bild der stets einseitig Śaṅ­ka­ra-lastig begriffenen und auch so dargestellten Frühgeschichte der Vedānta-Philosophie nicht zu gewin­nen sein.

Kontakt
mehr zu ::
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Philosophische Fakultät I
Institut für Altertumswissenschaften

Prof. Dr. Walter Slaje
Emil-Abderhalden-Str. 9
06108 Halle (Saale)

Tel.: +49 (0)345 55-23650
Fax: +49 (0)345 55-27139
slaje@indologie.uni-halle.de


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